Aktualisierung: Ich erhielt eine Mitteilung von der Verbraucherzentrale 1&1wurde abgemahnt
Meine Kundenzufriedenheit mit 1und1 befindet sich im Sinkflug. Andere Meinungen und Erfahrungen mit 1&1 decken sich doch mit meiner eigenen Erfahrung. Hier mal wieder ein Beispiel: Gestern flatterte mir eine Email von 1&1 in meinen Posteingang. Normalerweise lese ich das gar nicht, wie wahrscheinlich 99% aller Kunden. Da ich aufgrund negativer bisheriger Erfahrungen den Anbieter wechseln will, habe ich mir die Email mal durchgelesen. Und siehe da? Nutzt 1und1 illegale Methoden, um mehr Umsatz zu generieren?
Das Homepage Basic Webhosting kostet bei 1und1 3,99 EUR im Monat. 1&1 erweitert das Paket erheblich und erhöht gleichzeitig den Preis auf 4,99 EUR. Clever gemacht, sehr schlaue Strategie, leider zum Nachteil der meisten Kunden. 1&1 erschleicht sich aus meiner Sicht mehr Umsatz und Ertrag. Denn das Leistungspaket wird erweitert, obwohl der Großteil der 1und1 Homepage Basic Kunden die Leistungen nicht benötigen.
- 1&1 erweitert von 1000 MB auf 4000 MB. Ein einfacher Webauftritt verbraucht weit unter 100 MB Speicherplatz. Wozu also 4000 MB bezahlen?
- 1&1 erweitert von 1 Inklusivdomain auf 4 Inklusivdomains. Für einen einfachen Webauftritt benötigt man 1 Domain. Wozu also 4 bezahlen?
- Und wer bitteschön braucht:
300 E-Mail-Postfächer (anstatt 100)
300 Subdomains (anstatt 100)
5 FTP-Zugänge (anstatt nur einer)
Scriptsprachen (Python, PHP, Perl)
5 MySQL-Datenbanken (anstatt eine)
Die Profis haben wohl kaum ein 1&1 Homepage Basic Paket!
1&1 verschickt eine Email, erwartet jedoch bei NICHT-Annahme der Vertragsänderung unter Einhaltung einer FRIST(!) ein Fax oder Email unter Angabe von Kunden- UND Vertragsnummer! Das heisst also der Kunde muss aktiv werden und seine Vertragsnummer herauskramen, wenn er das neue teurere Paket nicht haben will!
Kaum ein Kunde wird die Email lesen. Kaum ein Kunde wird realisieren, dass er das größere Leistungspaket gar nicht benötigt. Sollte der Kunde 1.die Email lesen und 2. noch realisieren, dass er das Paket gar nicht benötigt muss er 3. auch noch aktiv werden und aktiv die Vertragserweiterung kündigen und 4. auch noch eine Frist einhalten. Ziemlich dreist und unverschämt würde ich sagen. 1und1 nutzt bei dem Konzept die Trägheit der Kunden. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dies legal ist. Aber wer wird schon klagen? Dazu wird es gar nicht kommen, weil 1und1 diesem kleinen aufbegehrenden Kundenkreis sicherlich mit Kulanz entgegenkommen wird.
Die Strategie ist aus Unternehmenssicht brilliant: Erweiterung des Leistungspaketes, das sowieso kaum ein Kunde nutzen wird und gleichzeitig eine Preiserhöhung von 25%! Bei theoretisch einer Million Homepage Basic Kunden, wird nur ein kleiner Teil der Kunden den Aufwand betreiben und das Paket ablehnen, insofern die Email überhaupt gelesen wird. Je Kunde 1 EUR mehr Umsatz. Macht quasi 1 Million mehr Umsatz für 1und1 im Monat. Umsatz wird hier fast gleich dem Ertrag sein, da kaum Kunden das erweiterte Leistungspaket nutzen werden.
Klar, was ist schon 1 EUR im Monat? Praktisch nichts, oder? Ich halte dieses Vorgehen jedoch für hochgradig unseriös und denke, dass solche Methoden an die Öffentlichkeit gehören. Ich leite diese Email jedenfalls mal an den Verbraucherschutz und an WISO weiter.
Diese Email verschickte 1und1 an seine Homepage Basic Kunden:
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Vertragsbrief zu Ihrem Tarif 1&1 Homepage Basic
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Ihre Kundennummer: xxxxxxxx
Sehr geehrter Herr XY,
als Kunde von 1&1 nutzen Sie mit Ihrem Tarif “1&1 Homepage Basic”
bereits die Vorteile, die Ihnen ein modernes Homepage-Paket bietet.
Damit Ihr Paket aber auch immer den rasanten technischen Entwicklungen
gewachsen ist, überprüfen wir in regelmäßigen Abständen die
Leistungsfähigkeit unserer Produkte und optimieren nach den
Anforderungen unserer Kunden die Feature-Ausstattung.
Wir freuen uns deshalb Ihnen mitzuteilen, dass wir Ihnen folgendes
Angebot machen können. Sie können ab 01.05.2011 von folgenden
zusätzlichen Leistungsmerkmalen profitieren:
- 4 Domains inklusive (anstatt nur eine)
Nutzen Sie Ihren Namen, Firmennamen oder einen Wunschbegriff als
feste Internet-Adresse. Denn zusätzliche Domains sorgen für mehr
Besucher auf Ihrer Homepage, weil sie in Suchmaschinen besser
gefunden wird. Beispielsweise bietet es sich für Ihre Produkte an,
eigene Domains zu registrieren (z. B. produkt-xyz.de). Oder sichern
Sie sich typische “Vertipper-Domains”, bevor es Ihr Konkurrent macht
und Ihre Besucher damit auf seine Homepage führt.
- 4000 MB Webspace (anstatt 1000 MB)
Nutzen Sie den viermal so großen Speicherplatz für kreative Ideen
und einen starken Internetauftritt. Erweitern Sie Ihre Homepage
z. B. um Multimedia-Inhalte wie Fotos, Grafiken, Animationen sowie
Audio- und Video-Dateien.
- Noch mehr Leistung für Profis:
300 E-Mail-Postfächer (anstatt 100)
300 Subdomains (anstatt 100)
5 FTP-Zugänge (anstatt nur einer)
Scriptsprachen (Python, PHP, Perl)
5 MySQL-Datenbanken (anstatt eine)
Im Zuge dieser Paketaufwertung, die Sie ab dem 01.05.2011 nutzen
können, ändert sich der Preis Ihres Tarifes 1&1 Homepage Basic auf je
4,99 EUR/Monat. Die Preisanpassung würde mit der nächsten regulären
Abrechnung aktiv werden – frühestens jedoch ab dem 01.05.2011.
Wenn Sie sich für das Angebot entscheiden, müssen Sie nichts weiter
tun. Wir benötigen von Ihnen keine ausdrückliche Annahme-Bestätigung.
Falls Sie aber auf die vielen Features wider Erwarten verzichten
möchten, teilen Sie uns bitte innerhalb einer Frist von 4 Wochen unter
Angabe Ihrer Kunden- und Vertragsnummer direkt an die kostenlose
Fax-Nr.: 0800 8505544 oder per E-Mail an: Vertrag_DE@1und1.de mit, dass
Sie unser Angebot ablehnen. Ansonsten tritt die Preisanpassung mit der
nächsten regulären Abrechnung in Kraft – frühestens jedoch ab dem
01.05.2011 – und Sie werden auch weiterhin von zukünftigen Verbesserungen
profitieren.
Weiterhin viel Erfolg mit 1&1 Homepage Basic wünscht Ihnen,
Ihr WebHosting-Team
1&1 Internet AG
–
1&1 Internet AG
Elgendorfer Straße 57
56410 Montabaur
Amtsgericht Montabaur HRB 6484
Vorstand: Henning Ahlert, Ralph Dommermuth, Matthias Ehrlich, Thomas Gottschlich, Robert Hoffmann, Markus Huhn, Hans-Henning Kettler, Dr. Oliver Mauss, Jan Oetjen
Aufsichtsratsvorsitzender: Michael Scheeren